Hagen Bierlich und Marion Bauer gewinnen die Straßenlaufmeisterschaften über 10-km
Im Rahmen des 54. Herbstlaufs des LSV Porz wurden am Samstag, 17. Oktober 2026, die Straßenlaufmeisterschaften der LVN-Region Südost über zehn Kilometer ausgetragen. Hagen Bierlich vom Kölner Laufteam sicherte sich mit einem überzeugenden Auftritt den Männertitel. Bei den Frauen gewann Marion Bauer vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Die Beteiligung an den regionalen Titelkämpfen blieb allerdings überschaubar.
Bei herbstlichen Temperaturen um zehn bis zwölf Grad fanden die Teilnehmer im Erholungsgebiet Leidenhausen in Köln-Porz gute Bedingungen für die Straßenlaufmeisterschaften der LVN-Region Südost vor. Der traditionsreiche Herbstlauf des LSV Porz bildete mit seiner 54. Auflage den organisatorischen Rahmen für die regionalen Titelkämpfe.
Insgesamt erreichten 144 Läuferinnen und Läufer das Ziel des 10-Kilometer-Wettbewerbs. Für die Regionsmeisterschaft waren davon neun Männer und eine Frau in der gesonderten Wertung vertreten.
Hagen Bierlich krönt seinen Doppelsieg mit dem Meistertitel
Der überragende Athlet des Tages war Hagen Bierlich vom Kölner Laufteam. Der 32-Jährige absolvierte die zehn Kilometer in 33:23 Minuten und gewann damit nicht nur die Regionsmeisterschaft, sondern auch die Gesamtwertung des offenen Straßenlaufs.
Besonders bemerkenswert war die Vorgeschichte seines Erfolgs. Bierlich hatte bereits zuvor den 5-Kilometer-Lauf des Herbstlaufs in 16:39 Minuten gewonnen. Zwischen den Starts beider Wettbewerbe lagen lediglich 40 Minuten. Nach seinem ersten Zieleinlauf blieben ihm damit gerade einmal gut 23 Minuten zur Erholung, bevor er erneut an der Startlinie stand.
Dass Bierlich auch auf längeren Distanzen erfolgreich ist, bewies er unter anderem im April 2025 beim Bonn-Marathon. Dort sicherte er sich in 2:29:31 Stunden den Gesamtsieg, nachdem er im Vorjahr bereits den zweiten Platz belegt hatte.
In Köln-Porz stellte er nun erneut seine Vielseitigkeit unter Beweis. Trotz der kurzen Erholungszeit zwischen beiden Starts gewann er sowohl den 5-Kilometer-Lauf als auch die zehn Kilometer und krönte seinen Auftritt mit dem Titel des Regionsmeisters.
In der Meisterschaftswertung folgte auf Platz zwei Frederik Viethen von Milers Colonia, der die zehn Kilometer in 38:36 Minuten absolvierte. Den dritten Platz belegte Dietmar Stoppenbach vom TV Refrath in 41:15 Minuten. Dahinter reihten sich Detlef Jahner, ebenfalls vom TV Refrath, in 43:12 Minuten sowie Marco Stausberg vom LAZ Rhein-Sieg in 44:31 Minuten ein.
Marion Bauer hält die Fahne bei den Frauen hoch
Bei den Frauen ging der Regionstitel an Marion Bauer vom TSV Bayer 04 Leverkusen. Sie absolvierte die zehn Kilometer in 51:52 Minuten und war damit die einzige Teilnehmerin in der weiblichen Meisterschaftswertung.
Auch wenn sie mangels Konkurrenz keinen direkten Vergleich um den Titel hatte, verdient ihre Teilnahme Anerkennung. Während andere der Meisterschaft fernblieben, stellte sich Bauer der sportlichen Herausforderung und hielt damit gewissermaßen die Fahne für die Frauen hoch. Schließlich lebt eine Meisterschaft von den Athletinnen und Athleten, die tatsächlich an der Startlinie stehen. Mit ihrer Teilnahme setzte sie ein positives Zeichen und sicherte sich den Regionstitel.
Die Gesamtwertung des offenen 10-Kilometer-Laufs gewann hingegen Clara van den Bergh von OFFTRACK Athletics in 39:16 Minuten. Da sie nicht in der gesonderten Meisterschaftswertung geführt wurde, blieb der Regionstitel davon unberührt.
Geringe Beteiligung wirft Fragen auf
Während der offene 10-Kilometer-Lauf des LSV Porz mit 144 Finishern eine ordentliche Beteiligung verzeichnete, blieb die Resonanz auf die Regionsmeisterschaft mit insgesamt zehn gewerteten Athletinnen und Athleten deutlich dahinter zurück. Besonders auffällig war die Situation bei den Frauen, wo lediglich eine Teilnehmerin für die Meisterschaft gewertet wurde. Aber auch bei den Männern war das Feld mit neun Athleten ausgesprochen klein.
Als ein Grund für die zurückhaltende Beteiligung wurde das Fehlen einer Altersklassenwertung genannt. Allerdings war die Entscheidung, auf Altersklassen- und Mannschaftswertungen zu verzichten, ihrerseits eine Folge der geringen Teilnehmerzahlen bei früheren Meisterschaften.
Damit stellt sich die sprichwörtliche Frage nach dem Huhn und dem Ei: Bleiben die Athletinnen und Athleten aus, weil entsprechende Wertungen fehlen, oder wurden diese gerade deshalb abgeschafft, weil sich zu wenige daran beteiligten?
Diese Entwicklung zeigt, vor welcher Herausforderung der regionale Wettkampfsport steht. Meisterschaften sollen den Athletinnen und Athleten der angeschlossenen Vereine die Möglichkeit bieten, sich auf regionaler Ebene miteinander zu messen und um Titel zu kämpfen. Damit solche Wettbewerbe ihren sportlichen Stellenwert behalten, benötigen sie allerdings auch eine entsprechende Beteiligung.
Ob eine Wiedereinführung der Altersklassen- und Mannschaftswertungen die Attraktivität erhöhen könnte, wäre daher durchaus eine Überlegung wert. Ebenso stellt sich die Frage, wie sich die Vereine und ihre Mitglieder wieder stärker für die regionalen Meisterschaften gewinnen lassen.